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Pfarrbrief St. Michael
Geheimnis Christbaum

 

Jetzt ist es wieder soweit. In jedem Stadtteil finden sich umzäunte Plätze. Da lagern Hunderte von Christbäumen in allen Größen. Groß und klein strömt hin und begutachtet einen nach dem andern, welcher passt am besten in unsere gute Stube?

Stolz wird der Eroberte aufgestellt und das Schmücken vereint die Fa-milie. Wenn das Werk vollendet ist, kann Weihnachten kommen.

Die Geschenke werden unter den Baum drapiert und der Anblick des ganzen erfreut die Herzen.

Bei genauerer Sichtweise hat der Christbaum inhaltlich bei vielen Menschen nichts mit unserem Verständnis des Festes von Christi Geburt zu tun. Es ist ein Schmuckbaum, der neuerdings auch im Internet bestellt werden kann unter dem Schlagwort: „Kein Stress beim Weihnachts-baumkauf, Dekoration nach Wunsch wird mitgeliefert.“

Werfen wir einen Blick zurück in das Alte Testament in die Paradieserzählung. Dort stand der Lebensbaum, der Apfelbaum, der Baum der Erkenntnis. Adam und Eva hatten das Gebot keine Frucht dieses Baumes essen zu dürfen. Sie taten es trotzdem und wurden aus dem Pa-radies vertrieben.

Die Menschen träumen immer noch vom verlorenen Paradies. Sie ha-ben Heimweh danach. Heimweh nach Ganzheit, nach Gottesnähe, nach Himmel.
Das Paradies gibt es nicht mehr zurück.
Es gibt einen Neuanfang.
Gott spricht zu den Menschen: „Ich will kommen. Ich werde euch den Retter senden, der Emmanuel heißt: Gott-mit-uns.“

Gottes Sohn kommt in seine verlorene, nie verlassene Schöpfung,
Er will auch heute zur dir kommen.

Die Entstehungsgeschichte des Christbaumes finden wir im letzten Jahrtausend. Den ersten mit Sternen und Lichtern bereicherten Tannenbaum zeigt ein Kupferstich von Lukas Cranach d. Ä. von 1509. Es gab auch den Brauch den Christbaum mit Äpfeln zu schmücken .
Ein Ausdruck der Sehnsucht nach dem Paradies, die in jedem Herzen schlummert.
Was ist sein Geheimnis?

Ist es die Beständigkeit des immergrünen Nadelkleides, das uns anzieht und Hoffnung weckt, sind es die glänzenden Kugeln, deren Rund in uns die Sehnsucht weckt, dass unser Leben rund läuft ?

Sind es die Kerzen, die in die Dunkelheit leuchten, Wärme verströmen und in unseren Herzen Gefühle von Geborgenheit und Liebe wecken und diese verstärken?
Im Alten Testament lesen wir bei Jesaja 9,1: „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Finstern wohnen, strahlt ein Licht auf.“

Ahnt der Mensch, der nicht religiös, nicht rückverbunden ist, dass hier eine Umwandlung geschieht, die unser Herz begreift, aber dem Geist verschlossen sein kann?

Ein Lied mag uns einstimmen:
Gott selber wird kommen, er zögert nicht.
Auf, auf ihr Herzen und werdet Licht.

Christa Goretzki
Seniorenbeauftragte des Dekanates